Forschung

mRNA-Impfstoff zeigt langfristige Wirkung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein personalisierter mRNA-Impfstoff könnte die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessern. Erste Studien zeigen: Bei Patient:innen mit Immunantwort konnten Ärzt:innen die Erkrankung oft über Jahre hinweg kontrollieren.

Von Redaktion 06.07.2026 · 15:35 Uhr
Copyright: AdobeStock_823273929

Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders schwer behandelbar, weil er meist recht spät erkannt wird und Rückfälle selbst nach Operationen häufig sind. Neue Forschungsergebnisse machen nun Hoffnung: Ein individuell entwickelter mRNA-Impfstoff könnte das Immunsystem gezielt dabei unterstützen, Krebszellen langfristig zu bekämpfen.

In einer klinischen Studie des Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, zeigte sich, dass bei etwa der Hälfte der behandelten Patient:innen eine starke Immunreaktion ausgelöst werden konnte. Diese richtete sich gezielt gegen spezifische Merkmale der Tumorzellen. Besonders ermutigend: Bei Patient:innen, deren Immunsystem so aktiviert wurde, blieb die Erkrankung in vielen Fällen über Jahre hinweg unter Kontrolle. Nach sechs Jahren lebten rund 90 % dieser sogenannten Responder weiterhin ohne Rückfall.

Individuelle Impfung gegen Krebszellen

Zu den Details: Der Impfstoff wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell hergestellt. Nach der Operation analysieren Fachleute das Tumorgewebe, um typische Eiweißstrukturen der Krebszellen – sogenannte Neoantigene – zu identifizieren. Auf dieser Basis entsteht ein maßgeschneiderter mRNA-Impfstoff, der das Immunsystem darauf trainiert, genau diese Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.

Die Behandlung erfolgt nicht allein durch den Impfstoff: In der Studie wurde er mit einer Chemotherapie und einer Immuntherapie kombiniert. Die Herstellung des Impfstoffs dauert etwa sechs Wochen.

Forschung geht in die nächste Phase

Die bisherigen Ergebnisse stammen aus einer frühen klinischen Studie mit 16 Teilnehmenden. Sie zeigen vor allem, dass der Ansatz sicher ist und eine langanhaltende Immunantwort auslösen kann. Nun wird die Therapie in einer größeren internationalen Studie weiter untersucht, an der auch Krebszentren in Deutschland beteiligt sind.

Auch wenn weitere Forschung notwendig ist, sehen Fachleute in diesem Ansatz einen vielversprechenden Schritt hin zu individuelleren und möglicherweise wirksameren Therapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sollten größere Studien ebenso erfolgeich verlaufen, ist ein Antrag auf Zulassung bei Arzneimittelbehörden möglich. Derzeit handelt es sich um eine experimentelle, nicht allgemein verfügbare Therapie. 

Weitere Informationen rund um das Thema Krebs finden Sie hier. 

Artikelempfehlungen

Individueller behandeln

Gebärmutterkörperkrebs: Neue Leitlinie setzt auf individuelle Therapie

Nach der Diagnose Gebärmutterkörperkrebs fragen Sie sich vielleicht: Welche Behandlung brauche ich wirklich? Die aktualisierte S3-Leitlinie hilft dabei, die Therapie genauer auf Ihre Erkrankung abzustimmen und unnötige Belastungen zu vermeiden.

von Redaktion
Vom US-Krebskongress ASCO

Eierstockkrebs: Drei neue Therapieansätze machen vorsichtig Hoffnung

Wenn Eierstockkrebs trotz mehrerer Therapien zurückkehrt, kann das sehr belastend sein. Drei neue Behandlungsansätze machen nun vorsichtig Hoffnung. Wir erklären Ihnen, was dahintersteckt – und was die Ergebnisse für Sie bedeuten.

von Redaktion
Ein Mann hat keinen Appetit. | © Danone-Nutricia
Alltag mit Krebs

Tipps bei Appetitlosigkeit

Während einer Krebstherapie vergeht Betroffenen oft buchstäblich der Appetit. Verständlich! Doch um bei Kräften zu bleiben, ist Essen in dieser Zeit besonders wichtig. Diese Tipps können helfen.

Anzeige